Persönlich

Wie ich wurde, was ich wurde:


2008: Ich stehe in San Francisco auf der Golden Gate Bridge. Ich habe einen mehrstündigen Flug hinter mir. Eine völlig unvernünftige Entscheidung, für nur vier Tage, ganz spontan einen solchen Kurztrip zu unternehmen. In ein Land von dem ich dachte, dass ich es nie würde bereisen können.


Und ich hatte nicht eine Sekunde lang Angst.

Ein überwältigendes Gefühl!
Ich hab es bis hierher geschafft, ich fühl mich mutig und frei. Die ganze Welt steht mir offen!
Das war ein Schlüsselmoment. Denn mir war klar: Wenn ich das schaffe, dann kann ich alles schaffen.
Ich kann überall hin, ich bin frei in meinen Entscheidungen und ich habe den Mut für noch viel mehr.

Das war nicht immer so:


Meine erste Panikattacke, an die ich mich erinnern kann, erlebte ich mit 13 Jahre.

Ich war Teilnehmerin einer Jugendfreizeit in der Bretagne. Die Angst überfiel mich völlig unerwartet. Ich hatte viele tolle Mädchen um mich herum und auch die Betreuer waren liebevoll und mitfühlend. Aber was ich fühlte war nicht in Worte
zu fassen und nicht zu verstehen, denn ich verstand es ja selbst nicht. Und ich fühlte mich einsam und unverstanden und einfach irgendwie … falsch …
dazu kam eine gehörige Portion Scham.

Diese Attacken und Angstzustände begleiteten mich viele Jahre, ich hatte für mich selbst kein Verständnis, kein Therapeut, kein Arzt konnte mir erklären, was mit mir los war – und ich fühlte mich alleine.

In Folge traute ich mir immer weniger zu, vermied Situationen, die mir Angst machen könnten.
Es war mir wichtig nicht die Kontrolle zu verlieren und vor allem mich nicht in Situationen zu bringen, die mir per se Angst machten. Höhe zum Beispiel, neue Situationen, das Verlassen meiner Comfortzone. Ich befand mich irgendwann in einem Loop, den viele kennen:
Die Angst vor der Angst.


2005 fand ich eine Psychotherapeutin, die mich dann endlich weiterbrachte. Die mir erklärte, dass Angst nichts ist, was man verdrängen sollte. Sie unterstütze mich darin der Angst zuzuhören.

Sie gab mir Übungen an die Hand, Modelle, erklärte viel und stärkte vor allem meine Ressourcen.
Sie öffnete meine innere Tür zu mir selbst. Ich fühlte mich nicht mehr falsch, ich stellte fest: 
Ich bin völlig in Ordnung! Schritt für Schritt wagte ich mich wieder mehr nach draußen, nicht nur örtlich, sondern vor allem auch innerlich. Ich verließ vorgefertigte Strukturen, Muster, von denen ich dachte, dass ich sie bräuchte und ich fand mich Stück für Stück selbst. Das war nicht immer einfach und natürlich gab es auch Rückschläge. Aber ich sprang hinein ins Becken der Möglichkeiten und manchmal ist die Strömung eben warm und manchmal auch kalt ;-)

Mein Weg ging – um mich zu verstehen – in die Vergangenheit.

Mein Weg ging – um mein Ich zu leben –  in meinem Tun in die Zukunft.
Die Angst verlor ich nicht von heute auf morgen, um ehrlich zu sein:
Ich verlor sie gar nicht. Ich bewerte sie nur anders.


Heute weiß ich, die Angst ist mein Freund. Angst ist ein uraltes Gefühl, dass uns vor Gefahren warnt.
Gefahren sind aber nicht nur Katastrophen, Angriffe oder Ähnliches. Was unser Unterbewusstsein als Gefahr für jeden Einzelnen versteht, dafür gibt es keine Schablone.


Die Energie die ich eingesetzt habe, um meine Ängste zu bekämpfen, konnte ich viel sinnvoller nutzen, in dem ich meine Persönlichkeit weiter entwickelte, mich mit mir selbst auseinandersetzte und vor allem mich mit Spaß ins Leben und in meinen Beruf stürzte.

Dass ich heute Menschen darin unterstützen kann mit ihrer Angst umzugehen und sie auf ihrem persönlichen oder beruflichen Weg ein Stück weit begleiten darf, dafür bin ich sehr dankbar.


Warum ich Dir das hier erzähle?
Etwa 15% der Bevölkerung leidet im Laufe ihres Lebens an einer Angsstörung.
Das sind so viele, dass es mehr als schade ist, dass wir alle nicht viel mehr darüber sprechen, sondern Angst als negatives Gefühl oder als Schwäche bewerten.
Ich möchte jedem Mut machen, sich mit seinen vermeintlichen Schwächen auseinanderzusetzen.
Das sind sehr oft Ängste, aber auch andere Muster oder Verhaltensweisen, unter denen wir leiden.
Es gibt einen Grund, warum wir uns verhalten, wie wir es eben tun. Aber es gibt ja vielleicht auch Alternativen?! Gerne begleite ich Dich auf Deinem Weg, wenn Du in die Veränderungsarbeit gehen möchtest. Eine Veränderung bis hin zu Deinem ganz persönlichen „Golden-Gate-Bridge“- Moment. Ein Moment, egal wo Du ihn erlebst, in dem Du Deine ganze Bandbreite Deiner Möglichkeiten entdeckst und in sie eintauchen kannst.

Ich freu mich auf Dich!